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Vom Studierendenprojekt zum Messedemonstrator – die multifunktionale Datenbrille mit OLED-Mikrodisplays

Kooperation · Studium · TU Dresden · 11. Oktober 2017 · Tina Bobbe ·
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IMG_9059 Das erst Anfang August abgeschlossene Kurzzeitprojekt von Philipp Hart und Christian Hermeling mit dem Fraunhofer FEP ist nächste Woche bereits auf der awe europe – der größten europäischen AR- & VR-Messe – zu erleben.

In dem Studierendenprojekt ging es darum, bereits bestehende Demonstratoren (ausgestattet mit den am Fraunhofer FEP entwickelten bidirektionalen OLED-Mikrodisplays) für einen messetauglichen Einsatz und einer zielgruppengerechten Gestaltung weiterzuentwickeln. Dabei gelang es dem Team, ein Brillen-Design zu entwerfen, mit dem sowohl AR- und VR- Anwendungen als auch 2D- und 3D-Inhalte dargestellt werden können. Den beiden Displays können je Auge unterschiedliche Bildinhalte zugewiesen und so ein 3D-Eindruck beim Nutzer erzeugt werden. Durch die Nutzung der standardisierten Schnittstellen HDMI und USB ist die Datenbrille mit praktisch jeder Videoquelle verwendbar.

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Datenbrillen und die damit verbundene virtuelle (VR) und erweiterte Realität (AR) sind aus der Entertainment- und Gaming-Branche nicht mehr wegzudenken. Sie werden zunehmend auch im professionellen Umfeld eingesetzt und dienen beispielsweise als Arbeitsunterstützung für Konstrukteure, Monteure, Chirurgen oder in der Katastrophenhilfe. Um potentielle Anwender für diese Einsatzgebiete auf das Können dieser Technologie aufmerksam zu machen, kooperierten wir mit dem Fraunhofer FEP, um ihre bisherigen Demonstratoren zu einem Messedemonstrator weiterzuentwickeln.

In dem Designprozess, der von unserer Mitarbeiterin Lisa Lüneburg betreut wurde, entwickelte das Team nach einer strukturierten Recherche und Analysephase verschiedene technische Packages, die als Papp-Prototypen bzw. Lego-Prototypen erprobt wurden. Hier konnten die Studierenden das Befestigungs-und Verstellsystem am Kopf austesten. Zusammen mit der Expertin vom Fraunhofer FEP Judith Baumgarten wurde ein technisches Package ausgewählt. Im nächsten Schritt wurde anhand von Adhoc-Personas, die ausgerichtet an dem üblichen Messepublikum erstellt wurden, drei Konzepte zur Gestaltung und Bedienung der VR-Brille entwickelt. Das Konzept mit dem Consumer-Product-Charakter erhielt den Vorzug und es ging in die Ausarbeitungsphase.

Hier entwickelte das Team einen neuen robusten Verstellmechanismus aus Lego-Technic-Bauteilen, um die Optiken an den Augenabstand des Brillenträgers anzupassen. Auch die Höhe der Brille kann über einen zusätzlich entwickelten Mechanismus an der Stirn angepasst werden. Dies erforderte eine neue Konstruktion der bisherigen Optikaufhängung.

Ergebnis dieses Prozesses ist VRida, ein Messedemonstrator, der optimal an den Messebesucher angepasst werden kann und das Know-How des FEPs ausstrahlt. Das über ein Drehrad am Hinterkopf einstellbare Kopfband befestigt die VR-Brille mit genügend Druck am Kopf des Trägers, um ein Verrutschen zu vermeiden, und bietet trotz dessen einen angenehmen und komfortablen Sitz. Eine Befestigung, die über die Kopfmitte verläuft ist dadurch nicht nötig. Die benötigten Kabel sind zudem darin integriert. Somit kann eine elegante und kompakte Anmutung der gesamten Brille erzeugt werden. Umgesetzt wurde der Demonstrator von Fabian Neumüller in zwei Schritten: zunächst würde ein erster Prototyp zum Austesten der Passungen und Mechanismen aufgebaut – danach folgten die zwei Prototypen-Exemplare, die für die Messe vorbereitet wurden.

Falls ihr in der nächsten Woche in München seid, könnt ihr euch die neue Datenbrille VRida auf der awe europe vom 19. bis 20. Oktober 2017 im MOC anschauen, dort wird sie erstmals am Stand des Fraunhofer FEP, Nr. 420, vorgestellt.

P. S. Zur offiziellen Pressemitteilung des Fraunhofer FEP geht es hier lang.

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