{"id":9558,"date":"2024-02-11T17:36:41","date_gmt":"2024-02-11T16:36:41","guid":{"rendered":"https:\/\/technischesdesign.mw.tu-dresden.de\/blog\/?p=9558"},"modified":"2024-02-14T09:43:12","modified_gmt":"2024-02-14T08:43:12","slug":"armrest-prototyping","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/technischesdesign.mw.tu-dresden.de\/blog\/armrest-prototyping\/","title":{"rendered":"Schneller und einfacher zu interaktiven HMI Prototypen"},"content":{"rendered":"\n<p>Entwurf eines Entwicklungswerkzeugs f\u00fcr Designer am Beispiel von Armlehnen mobiler Baumaschinen<\/p>\n\n\n\n<p>Das Prototyping spielt eine Schl\u00fcsselrolle bei der Gestaltung von&nbsp;<em>Mensch-Maschinen Interaktionen<\/em>&nbsp;(MMI). Es erm\u00f6glicht den Entwicklern, Ideen nicht nur zu generieren, sondern auch zu kommunizieren, zu erleben und zu testen. Um eine gute Bedienbarkeit auch in neuartigen Szenarien und technisch komplexen Systemen zu erreichen und ein positives Gesamterlebnis bei der Zielgruppe zu erm\u00f6glichen, k\u00f6nnen mithilfe dessen m\u00f6gliche Interaktionswege verstanden und verschiedene Ans\u00e4tze auf ihre St\u00e4rken und Schw\u00e4chen \u00fcberpr\u00fcft werden. Das Prototyping erlaubt dementsprechend Unsch\u00e4rfen abzubauen, Risiken zu vermeiden und Potentiale zu entdecken, bevor das Produkt vollst\u00e4ndig entwickelt und auf dem Markt zum Kunden gebracht wird.<\/p>\n\n\n\n<p>Die N\u00e4he der prototypischen Umsetzung zum Endprodukt hat dabei einen Einfluss, wie Ideen erlebt und bewertet werden. Unter dem Begriff&nbsp;<em>Fidelity<\/em>&nbsp;kann diese N\u00e4he mit unterschiedlichen Dimensionen beschrieben werden. High-Fidelity Prototypen k\u00f6nnen zum Beispiel in ihrer Erscheinung, ihrer Funktionalit\u00e4t oder Interaktionsf\u00e4higkeit das Endprodukt bereits sehr gut widerspiegeln. Sie k\u00f6nnen ohne n\u00f6tige Transferleistung umf\u00e4nglich und eindeutig erlebt werden. Durch die Konkretisierung k\u00f6nnen auch bereits in der fr\u00fchen Phase Probleme in praxisnahen Situationen offensichtlich werden.&nbsp;<br>Demgegen\u00fcber sind Low-Fidelity Prototypen durch das Entwicklungsteam in ihren Produkteigenschaften eingeschr\u00e4nkt, um den Entwicklungsaufwand gering zu halten oder eine Flexibilit\u00e4t und Evolutionsf\u00e4higkeit in der Weiterentwicklung zu erlauben. Testprobanden kompensieren \u2013 bewusst oder unbewusst \u2013 fehlende Produkteigenschaften, indem sie Aspekte nach ihrem Erwartungsbild erg\u00e4nzen. Im Ergebnis kann deren Bewertung zu positiv oder zu negativ gegen\u00fcber dem tats\u00e4chlichen Prototyp oder dem angestrebten Endprodukt ausfallen.<\/p>\n\n\n\n<p>Philipp Spiridi hat sich dieser Thematik in seiner Diplomarbeit gen\u00e4hert und Prototypen f\u00fcr eine modulare Bedienarmlehne entwickelt. Dabei hatte er zum Ziel, moderne Technologien und bestehenden Prototypenmethoden in ein Werkzeugset zu b\u00fcndeln, um das Prototyping f\u00fcr Benutzerschnittstellen mobiler Arbeitsmaschinen zu erleichtern. Damit wird erm\u00f6glicht mit weniger Aufwand, kleineren Einstiegsh\u00fcrden und schlie\u00dflich auch in deutlich schnellerer Zeit, High-Fidelity Prototypen aufzubauen.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/technischesdesign.mw.tu-dresden.de\/blog\/wp-content\/uploads\/Spiridi-Prototyping-Phasen_Klein-500x281.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-9564\" width=\"838\" height=\"471\" srcset=\"https:\/\/technischesdesign.mw.tu-dresden.de\/blog\/wp-content\/uploads\/Spiridi-Prototyping-Phasen_Klein-500x281.png 500w, https:\/\/technischesdesign.mw.tu-dresden.de\/blog\/wp-content\/uploads\/Spiridi-Prototyping-Phasen_Klein-250x141.png 250w, https:\/\/technischesdesign.mw.tu-dresden.de\/blog\/wp-content\/uploads\/Spiridi-Prototyping-Phasen_Klein-768x432.png 768w, https:\/\/technischesdesign.mw.tu-dresden.de\/blog\/wp-content\/uploads\/Spiridi-Prototyping-Phasen_Klein-300x169.png 300w, https:\/\/technischesdesign.mw.tu-dresden.de\/blog\/wp-content\/uploads\/Spiridi-Prototyping-Phasen_Klein-750x422.png 750w, https:\/\/technischesdesign.mw.tu-dresden.de\/blog\/wp-content\/uploads\/Spiridi-Prototyping-Phasen_Klein.png 960w\" sizes=\"(max-width: 838px) 100vw, 838px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>Dazu untersuchte er verschiedene Herangehensweisen des Prototypings in den verschiedenen Phasen der Produktentwicklung. In einem Workshop wurden unter Ber\u00fccksichtigung der Prototypingzwecke die einzelnen Vor- und Nachteile anhand eines Praxisbeispiels erlebt und Potentiale der Verbesserung identifiziert.&nbsp;<br>Der Paper-Prototyp wird in der Ideenfindungsphase eingesetzt, um schnell und kosteng\u00fcnstig Konzepte zu entwickeln und zu kommunizieren. Trotz seiner Vorteile wurde festgestellt, dass er f\u00fcr die Armlehne in Bezug auf die r\u00e4umliche Dimension und die Eindeutigkeit limitiert ist.&nbsp;<br>Das Projection Mapping zeigt sich als flexibles Werkzeug, das mit \u00e4hnlich geringen H\u00fcrden in verschiedenen Phasen der Prototyp-Entwicklung eingesetzt werden kann, insbesondere als Kombination um fehlende visuelle Eindr\u00fccke zu erg\u00e4nzen. Auch durch die M\u00f6glichkeit Varianten digital vorzubereiten, abzuleiten oder abzuspeichern und mit weiteren digitalen Inhalten zu erg\u00e4nzen, zeichnet sich diese Methode aus.&nbsp;<br>Das Physical Mock-Up bremste trotz eines vereinfachten Steck-Systems mit vorbereiteten Modulen zwar den Flow der Ideengenerierung, erm\u00f6glichte aber durch die Haptik und die r\u00e4umliche Anordnung eine tiefere Auseinandersetzung mit der Interaktion physischer Bedienelementen.&nbsp;<br>Die gr\u00f6\u00dften Unsch\u00e4rfen blieben bei den tats\u00e4chlichen Interaktionsabl\u00e4ufen. Um User Flows nachzuvollziehen, ist es notwendig eine Systemreaktion abzubilden. Niederschwellig k\u00f6nnen&nbsp;zwar <em>Wizard of Oz<\/em>&nbsp;Techniken verwendet werden, bei der anstatt einer technischen Implementierung ModeratorInnen (Wizards) im Hintergrund die Antworten und das Verhalten steuern. Dennoch erscheint der Sprung zu funktionalen Prototypen sehr gro\u00df. Dieser L\u00fccke widmete sich Philipp Spiridi in der weiteren Ausarbeitung.<\/p>\n\n\n\n<p>Als Ergebnis entstanden modulare Bedienelemente, die flexibel und ohne weitere Programmierung auf einer Tr\u00e4gerplattform kombiniert werden k\u00f6nnen. Integrierte Arduinos und Sensoren interpretieren die Eingaben und stellen sie \u00fcber eine API f\u00fcr die HMI LAB Umgebung oder Plattformen wie Protopie f\u00fcr das prototypische Erstellen von Grafischen Benutzerschnittstellen (GUI) zur Verf\u00fcgung. Die einzelnen Module und die implementierte Signallogik auf Basis von I2C sind f\u00fcr ge\u00fcbte Entwickler leicht erweiterbar oder anpassbar. F\u00fcr Unge\u00fcbte steht eine Plug and Play L\u00f6sung f\u00fcr funktionale Bedienelemente zur Verf\u00fcgung. Diese k\u00f6nnen als Baustein f\u00fcr das Explorieren multimodaler Interaktionskonzepte genutzt werden und f\u00f6rdern das \u00dcberf\u00fchren von Ideen in, wie sie mit dem Methodenenset (\u201eBedienumgebung multimodal denken\u201c&nbsp;<a href=\"https:\/\/technischesdesign.mw.tu-dresden.de\/blog\/bedienumgebungen-multimodal-denken\/\" rel=\"noreferrer noopener\" target=\"_blank\">https:\/\/technischesdesign.mw.tu-dresden.de\/blog\/bedienumgebungen-multimodal-denken\/<\/a>) theoretisch beschrieben werden. Wir sind gespannt, ob es bei der Gestaltung von Mensch-Maschinen Interaktionen auch dazu f\u00fchrt, schneller, l\u00f6sungsorientierte und sichere Entscheidung zu treffen. Wir freuen uns auf den Einsatz.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Entwurf eines Entwicklungswerkzeugs f\u00fcr Designer am Beispiel von Armlehnen mobiler Baumaschinen Das Prototyping spielt eine Schl\u00fcsselrolle bei der Gestaltung von&nbsp;Mensch-Maschinen Interaktionen&nbsp;(MMI). 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