{"id":9152,"date":"2022-05-19T17:07:47","date_gmt":"2022-05-19T16:07:47","guid":{"rendered":"http:\/\/technischesdesign.mw.tu-dresden.de\/blog\/?p=9152"},"modified":"2022-05-19T17:07:47","modified_gmt":"2022-05-19T16:07:47","slug":"diplomarbeit-design-from-recycling-gestalterische-potenziale-und-akzeptanz-der-produktgestaltung-mit-sekundaerkunststoffen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/technischesdesign.mw.tu-dresden.de\/blog\/diplomarbeit-design-from-recycling-gestalterische-potenziale-und-akzeptanz-der-produktgestaltung-mit-sekundaerkunststoffen\/","title":{"rendered":"Diplomarbeit: Design from Recycling. Gestalterische Potenziale und Akzeptanz Der Produktgestaltung mit Sekund\u00e4rkunststoffen."},"content":{"rendered":"<p>Am Freitag, 19.05.22, um 10:00 findet die Diplomverteidigung von Raphael Vogler statt. <a href=\"https:\/\/teams.microsoft.com\/l\/meetup-join\/19%3ameeting_ZjY2YzI3ZDEtYzYzNy00YjQzLTk1NWYtNDRlMmIyMjdhYjY4%40thread.v2\/0?context=%7b%22Tid%22%3a%2214d12602-960b-420f-ade2-c45823e596fd%22%2c%22Oid%22%3a%22f0be1eb2-5f91-4323-87b8-bbb84549ca6c%22%7d\">(Klicken Sie hier, um an der Besprechung teilzunehmen)<\/a>. In seiner Arbeit besch\u00e4ftigt er sich damit, welche Eigenschaften rezyklatbasierte Kunststoffe, \u00fcberhaupt haben und wie man mit ihnen trotz materieller Abweichungen zu aktuell allt\u00e4glichen Prim\u00e4rkunststoffen, eine hohe Akzeptanz bei Nutzern erreichen kann. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen digital dabei zu sein.<\/p>\n<p>Mit zunehmendem Umweltbewusstsein in der Gesellschaft und der sich entwickelnden Gesetzeslage steigt der Druck auf die Industrie, L\u00f6sungsans\u00e4tze zur Umsetzung der Kreislaufwirtschaft im Kunststoff-Bereich zu finden. Stand heute werden in der EU nur ein Drittel der Kunststoffabf\u00e4lle recycelt. Einer der Gr\u00fcnde f\u00fcr den geringen Einsatz von\u00a0 Kunststoffrezyklaten (also ein Material bestehend aus recyceltem Kunststoff) ist das Imageproblem verglichen mit Prim\u00e4rrohstoffen. Sekund\u00e4rstoffe werden h\u00e4ufig als minderwertig oder unattraktiv wahrgenommen, was die Nachfrage auf dem Markt bremst.<\/p>\n<p>Das Ziel der vorliegenden Arbeit war es zu untersuchen, inwiefern durch den Einsatz rezyklatbasierter Kunststoffe, deren technisch-funktionaler Eigenschaften und deren optischer wie haptischer Erscheinung positive Effekte bez\u00fcglich der Wahrnehmung und des Handelns der Verbraucher erzielt werden k\u00f6nnen. Ein besonderes Augenmerk lag dabei darauf, wie mit der Inhomogenit\u00e4t und Imperfektion des Materials umgegangen werden kann und welche Effekte und Potenziale bei der Produktgestaltung bewusst genutzt werden k\u00f6nnen. Hierzu bietet die Arbeit eine grundlegende Recherche zu Ecodesign im Kontext der Circular Economy, zu\u00a0 Recycling und Rezyklaten sowie zur Produkt- und Materialwahrnehmung mit dem Ziel, Mittel und Wege aufzuzeigen, gestalterisch mit Rezyklaten umzugehen. Im Anschluss an eine Marktanalyse wurden Ziel- und Produktgruppen von besonderem Interesse f\u00fcr den Einsatz von Rezyklaten identifiziert. Basierend auf der Recherche wurden von Raphael Methoden und Konzepte der Gestaltung mit Rezyklaten entwickelt. Die Konzepte werden exemplarisch anhand von Elektroinstallationen im Smart-Home-Kontext angewendet und vorgestellt. Seine Konzepte beruhen darauf, die Unvollkommenheit von Rezyklaten, die sich beispielsweise in kleinen\u00a0 visuellen Einschl\u00fcssen und Strukturen, sowie haptischen Abweichungen \u00e4u\u00dfert, nicht zu verstecken. Die Entw\u00fcrfe sollen diese Unperfektheiten bewusst gestalterisch nutzen und teilweise sogar verst\u00e4rken.<\/p>\n<div id=\"attachment_9157\" style=\"width: 982px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-9157\" loading=\"lazy\" class=\"wp-image-9157 size-full\" src=\"http:\/\/technischesdesign.mw.tu-dresden.de\/blog\/wp-content\/uploads\/Anmerkung-2022-05-19-173351.png\" alt=\"\" width=\"972\" height=\"785\" srcset=\"https:\/\/technischesdesign.mw.tu-dresden.de\/blog\/wp-content\/uploads\/Anmerkung-2022-05-19-173351.png 972w, https:\/\/technischesdesign.mw.tu-dresden.de\/blog\/wp-content\/uploads\/Anmerkung-2022-05-19-173351-250x202.png 250w, https:\/\/technischesdesign.mw.tu-dresden.de\/blog\/wp-content\/uploads\/Anmerkung-2022-05-19-173351-768x620.png 768w, https:\/\/technischesdesign.mw.tu-dresden.de\/blog\/wp-content\/uploads\/Anmerkung-2022-05-19-173351-500x404.png 500w, https:\/\/technischesdesign.mw.tu-dresden.de\/blog\/wp-content\/uploads\/Anmerkung-2022-05-19-173351-300x242.png 300w, https:\/\/technischesdesign.mw.tu-dresden.de\/blog\/wp-content\/uploads\/Anmerkung-2022-05-19-173351-750x606.png 750w\" sizes=\"(max-width: 972px) 100vw, 972px\" \/><p id=\"caption-attachment-9157\" class=\"wp-caption-text\">VARIANZ: Da sich die Helligkeit von Rezyklaten sich je nach Charge \u00e4ndern kann, ist schwierig zu garantieren, dass Erzeugnisse in Serienfertigung \u00fcber l\u00e4ngere Zeit farblich konsistent sind. Aus diesem Grund zielt das Konzept Varianz darauf ab, die Vielfalt der Graut\u00f6ne von Rezyklaten f\u00fcr die Gestaltung zu nutzen. W\u00e4hrend das Konzept kreativ mit den Graut\u00f6nen umgeht, ist die Formsprache puristisch und zur\u00fcckhaltend, um den Betrachter nicht zu \u00fcberfordern. Der Neuheit im Material und in der Farbgestaltung wird eine Vertrautheit in Form gegen\u00fcbergestellt, den Inhomogenit\u00e4ten des Materials die Sauberkeit und Geradlinigkeit der Form. Der Einsatz gro\u00dfer Fl\u00e4chen und harter, klarer Kanten zielt auf Eleganz und Zeitlosigkeit ab. Durch die eckigen und quadratischen Formen sollen neben Stabilit\u00e4t und Festigkeit auch die qualitative Exaktheit und Hochwertigkeit kommuniziert werden. In pragmatischer Hinsicht soll die seri\u00f6se Gestaltung dazu beitragen, dass die Smart-Home-Devices im Allgemeinen und die Elektroinstallationen im Speziellen Sicherheit und Verl\u00e4sslichkeit ausstrahlen. Durch die Konzentration auf das Wesentliche sollen die Ger\u00e4te vertrauensw\u00fcrdig und glaubhaft erscheinen.<\/p><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div id=\"attachment_9165\" style=\"width: 988px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-9165\" loading=\"lazy\" class=\"wp-image-9165 size-full\" title=\"KONZEPT NATUR\" src=\"http:\/\/technischesdesign.mw.tu-dresden.de\/blog\/wp-content\/uploads\/12345.png\" alt=\"\" width=\"978\" height=\"784\" srcset=\"https:\/\/technischesdesign.mw.tu-dresden.de\/blog\/wp-content\/uploads\/12345.png 978w, https:\/\/technischesdesign.mw.tu-dresden.de\/blog\/wp-content\/uploads\/12345-250x200.png 250w, https:\/\/technischesdesign.mw.tu-dresden.de\/blog\/wp-content\/uploads\/12345-768x616.png 768w, https:\/\/technischesdesign.mw.tu-dresden.de\/blog\/wp-content\/uploads\/12345-500x401.png 500w, https:\/\/technischesdesign.mw.tu-dresden.de\/blog\/wp-content\/uploads\/12345-300x240.png 300w, https:\/\/technischesdesign.mw.tu-dresden.de\/blog\/wp-content\/uploads\/12345-750x601.png 750w\" sizes=\"(max-width: 978px) 100vw, 978px\" \/><p id=\"caption-attachment-9165\" class=\"wp-caption-text\">NATUR: Das Konzept Natur greift die Inhomogenit\u00e4ten im Material auf und interpretiert sie als Spuren nat\u00fcrlicher Prozesse. Struktur und Textur sind konzentrisch, aber ungleichm\u00e4\u00dfig auf dem Entwurf angeordnet. So wird eine gewisse Ordnung beibehalten, die strenge unnat\u00fcrliche Form jedoch etwas aufgel\u00f6st. Die Struktur, die sich aus unterschiedlichen Oberfl\u00e4chenrauheiten ergibt, soll an Jahresringe im Holz und generell an wiederkehrende Muster aus der Natur erinnern, die aber nicht nach Perfektion streben. Die runde Form ist zwar einerseits richtungslos, andererseits wird der Fokus durch die konzentrischen Ringe in die Mitte gelenkt, also dorthin wo bei Schalter und Steckdose auch die Funktionselemente liegen. Somit soll erreicht werden, dass die pragmatische Wahrnehmung nicht unter der restlichen Gestaltung leidet.<\/p><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div id=\"attachment_9166\" style=\"width: 982px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-9166\" loading=\"lazy\" class=\"wp-image-9166 size-full\" src=\"http:\/\/technischesdesign.mw.tu-dresden.de\/blog\/wp-content\/uploads\/pattina.png\" alt=\"\" width=\"972\" height=\"789\" srcset=\"https:\/\/technischesdesign.mw.tu-dresden.de\/blog\/wp-content\/uploads\/pattina.png 972w, https:\/\/technischesdesign.mw.tu-dresden.de\/blog\/wp-content\/uploads\/pattina-250x203.png 250w, https:\/\/technischesdesign.mw.tu-dresden.de\/blog\/wp-content\/uploads\/pattina-768x623.png 768w, https:\/\/technischesdesign.mw.tu-dresden.de\/blog\/wp-content\/uploads\/pattina-500x406.png 500w, https:\/\/technischesdesign.mw.tu-dresden.de\/blog\/wp-content\/uploads\/pattina-300x244.png 300w, https:\/\/technischesdesign.mw.tu-dresden.de\/blog\/wp-content\/uploads\/pattina-750x609.png 750w\" sizes=\"(max-width: 972px) 100vw, 972px\" \/><p id=\"caption-attachment-9166\" class=\"wp-caption-text\">PATINA: Im Konzept Patina wird die Imperfektion des Rezyklats als Spuren im Lauf der Zeit verstanden. Anders als im herk\u00f6mmlichen Verst\u00e4ndnis, in dem Patina w\u00e4hrend eines Produktlebens entsteht, werden hier Spuren aus der Vergangenheit des Materials in den Vordergrund ger\u00fcckt. Sie ist Ergebnis vieler aufeinanderfolgender Recyclingzyklen. \u00dcbergreifend soll darin ausgedr\u00fcckt werden, dass nicht nur das Produkt, sondern insgesamt das Material in seiner Lebenszeit intensiv genutzt wird. Eine zentrale Eigenschaft der Patina ist auch, dass sie Gegenst\u00e4nde der Massenproduktion zu Individualit\u00e4t und Einzigartigkeit verhelfen kann. Das Konzept folgt dahingehend den Trends industrial und shabby chic, in denen der Stellenwert von Produkten eben durch die Gebrauchsspuren steigt. Gestalterisch ist der Entwurf teilweise an die Designgeschichte der Elektroinstallationen angelehnt. Der Wippschalter und die runden Elemente sollen eine Referenz an historische Schalterdesigns sein, die die Vorg\u00e4nger von den heute weitverbreiteten gro\u00dffl\u00e4chigen Schalterdesign waren. Durch unterschiedliche Ebenen wird der Schalter nicht nur haptisch, sondern auch visuell belebt.<\/p><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Um empirische Erkenntnisse auf hedonischer Wahrnehmungsebene hinsichtlich der Akzeptanz der entwickelten Gestaltungsans\u00e4tze zu gewinnen, wurde anhand der visualisierten\u00a0 Konzeptentw\u00fcrfe eine Evaluation durchgef\u00fchrt. In der Auswertung wurden auch hedonische Unterschiede zu einem klassischen Vergleichsprodukt identifiziert. Mit den Ergebnissen konnte Raphael erste Anhaltspunkte f\u00fcr die akzeptanzf\u00f6rdernde Gestaltung mit Rezyklaten im Rahmen der nutzerzentrierten Produktgestaltung identifizieren.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am Freitag, 19.05.22, um 10:00 findet die Diplomverteidigung von Raphael Vogler statt. 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