{"id":10589,"date":"2025-07-17T09:00:00","date_gmt":"2025-07-17T08:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/technischesdesign.mw.tu-dresden.de\/blog\/?p=10589"},"modified":"2025-07-11T10:28:25","modified_gmt":"2025-07-11T09:28:25","slug":"alumni-talk-part-9-kerstin-bongard-blanchy","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/technischesdesign.mw.tu-dresden.de\/blog\/alumni-talk-part-9-kerstin-bongard-blanchy\/","title":{"rendered":"Alumni Talk Part 9: Kerstin Bongard-Blanchy"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Warum hast Du Dich f\u00fcr das Studium beim td entschieden?<\/strong><br>Ich wusste, dass ich studieren wollte. Da ich mich f\u00fcr viele F\u00e4cher interessierte, fiel mir die Entscheidung aber schwer. Beim Tag der offenen T\u00fcr besuchte ich das Technische Design und war beeindruckt. Die vielf\u00e4ltigen Projekte und die tolle Pr\u00e4sentation \u00fcberzeugten mich. Dass sich auch ein Freund einschreiben wollte, hat meine Entscheidung vermutlich zus\u00e4tzlich beeinflusst. Es war letztlich Bauchgef\u00fchl.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Wovon profitierst Du im Zusammenhang mit dem td bis heute?<\/strong><br>Vier Dinge kommen mir hier in den Sinn. Erstens: Obwohl ich nie als Industriedesigner gearbeitet habe, ist der Designprozess ein wesentlicher Teil meiner Arbeit geblieben &#8211; besonders die anf\u00e4ngliche Problemanalyse vor der Suche nach L\u00f6sungen. Auftraggeber haben oft schon eine L\u00f6sung im Kopf, aber die einfache Frage &#8222;Warum wollen Sie das eigentlich?&#8220; er\u00f6ffnet h\u00e4ufig v\u00f6llig neue Blickwinkel.<\/p>\n\n\n\n<p>Eine \u201eUhlmannsche Weisheit\u201c, die ich aus dem Studium mitgenommen habe, war die Aussage, wir m\u00fcssten die Ungewissheit im Designprozess lieben lernen. Anfangs fand ich das schwer. Mit der Zeit habe ich gelernt, entspannter mit der Ungewissheit umzugehen. Im Design wird man nie alles wissen oder vollst\u00e4ndig beherrschen k\u00f6nnen. Die Erfahrung gibt einem aber das Vertrauen, dass am Ende des Projektes etwas Gutes rauskommt.<\/p>\n\n\n\n<p>Als dritten Punkt w\u00fcrde ich sagen, dass mir der Maschinenbauteil des Studium die Angst vor der Technik genommen hat. Entgegen aller Erwartungen haben mir die technischen Kurse im Studium ganz gut gefallen, und ich hatte im Berufsalltag bisher keinen Schwierigkeiten, mit den Ingenieuren und Technikern zu kommunizieren.<\/p>\n\n\n\n<p>Und nicht zuletzt bin ich dankbar, dass ich am td das wissenschaftliche Arbeiten kennenlernen konnte. Schon fr\u00fch im Hauptstudium wurde mir klar, dass ich aus mir kein Produktdesigner wird. Stattdessen wuchs mein Interesse an der UX-Forschung. Die Chance, bereits w\u00e4hrend des Studiums wissenschaftliche Arbeiten zu verfassen, schuf ein solides Fundament, auf dem ich sp\u00e4ter meine akademische Laufbahn aufbauen konnte.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Was verbindest Du mit dem td?<\/strong><br>Wunderbare Erinnerung an gemeinschaftliches Arbeiten und Leiden in den Arbeitsr\u00e4umen. Man war nie allein, sondern konnte immer &#8211; auch \u00fcber die Jahrg\u00e4nge hinweg &#8211; auf die Unterst\u00fctzung der anderen z\u00e4hlen. Die Seifenkistenrennen waren auch toll.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Wie war der weitere Verlauf Deiner beruflichen Laufbahn nach Deinem erfolgreichen Abschluss beim td?<\/strong><br>Nach einem Auslandsstudienjahr in Japan absolvierte ich auch das Praxissemester in Japan, bei Panasonic. Dort entdeckte ich das Interaktionsdesign und merkte, dass es besser zu mir passt als Produktdesign. Panasonic bot mir eine Stelle an, sodass ich nach dem Studienabschluss direkt dorthin zur\u00fcckkehrte und vier Jahre als Interaktionsdesigner arbeitete.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Liebe wegen zog ich dann nach Paris und die Idee \u00fcber eine Promotion mehr \u00fcber UX erfahren kam auf. Ich fand eine Doktorandenstelle bei Arts &amp; M\u00e9tiers ParisTech. Nach der Dissertation arbeitete ich als UX-Ingenieurin bei Dassault Syst\u00e8mes, unter anderem an den Interfaces f\u00fcr CATIA und SolidWorks. Da schloss sich ein Kreis &#8211; diese Programme hatte ich bereits w\u00e4hrend meines Studiums verwendet.<\/p>\n\n\n\n<p>Mit Familie wurde Paris irgendwann zu stressig und ein Stellenangebot als UX-Lead bei PYX4, einem Start-up f\u00fcr Prozessmodellierungssoftware auf La R\u00e9union, kam da genau zur richtigen Zeit. Wir zogen also auf die wundersch\u00f6ne Insel. Wie bei Start-ups \u00fcblich \u00e4nderten sich die Strukturen. PYX4 verlie\u00df La R\u00e9union und damit trennten sich unsere Wege nach knapp drei Jahren.<\/p>\n\n\n\n<p>Eine T\u00fcr schloss sich, eine neue \u00f6ffnete sich. \u00dcber eine Kollegin aus der Dissertationszeit erhielt eine befristete Postdoc-Stelle im Bereich Mensch-Maschine-Interaktion an der Universit\u00e4t Luxemburg. Eine gro\u00dfartige Gelegenheit, noch einmal als Forscher zu arbeiten und in einem internationalen Umfeld die Gefahren manipulativer Benutzeroberfl\u00e4chen empirisch und interdisziplin\u00e4r zu untersuchen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Was ist Deine aktuelle T\u00e4tigkeit und wo?<\/strong><br>Ich bin jetzt seit zwei Instruktionsdesignerin beim Luxemburg Media and Digital Design Centre \u2013 einer staatlichen Agentur, die von den luxemburgischen Bildungs- und Forschungsministerien sowie dem Luxembourg Institute of Science finanziert wird. Meine Hauptaufgabe ist die Entwicklung interaktiver, ansprechender Lernmaterialien und -umgebungen. Besonders f\u00fcr die Erwachsenenbildung konzipiere ich zahlreiche E-Learning-Angebote, womit sich Lernende im Selbststudium fortbilden k\u00f6nnen. Dar\u00fcber hinaus bin ich in die Entwicklung digitaler Strategien eingebunden \u2013 etwa beim Aufbau digitaler Infrastrukturen f\u00fcr Bildungseinrichtungen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Welche beruflichen Ziele hast Du noch und wie wirst Du diese erreichen?<\/strong><br>Ich hatte nie einen Masterplan, sondern folge den sich bietenden M\u00f6glichkeiten. Irgendwo \u00f6ffnet sich stets eine T\u00fcr, und wenn es interessant erscheint, trete ich ein. Aus jeder Erfahrung nimmt man etwas mit, das sp\u00e4ter anderswo wieder relevant wird.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Welche Tipps hast Du f\u00fcr td-Studierende?<\/strong><br>Nehmt die Lernm\u00f6glichkeiten \u00fcber Projekte wahr. Macht euch keine Sorge, wenn nicht alles perfekt ist, denn darum geht es gar nicht! L\u00f6sungen lassen sich nur iterativ verbessern. Oft ist es besser, einfach anzufangen, statt alles zu zerdenken und nach \u201eder einen\u201c perfekten L\u00f6sung zu suchen. Meistens gibt es nicht nur eine, sondern verschiedene funktionierende Ans\u00e4tze. Ob etwas wirklich funktioniert, erfahrt ihr sowieso erst durch Nutzerfeedback.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Wie gelingt ein guter Berufseinstieg in Deiner Branche?<\/strong><br>Das Instruktionsdesign ist dem UX-Design sehr \u00e4hnlich. Mit UX-Design-Kenntnissen hat man bereits eine gute Grundlage. Man muss sich zwar noch p\u00e4dagogische Kompetenzen aneignen, verf\u00fcgt aber schon \u00fcber wichtige Grundf\u00e4higkeiten wie die Problemanalyse, das Interaktionsdesign und das User Testing. Neugier und ein breites Allgemeinwissen sind entscheidend, da die Themen sehr unterschiedlich sein k\u00f6nnen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Warum hast Du Dich f\u00fcr das Studium beim td entschieden?Ich wusste, dass ich studieren wollte. 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