{"id":8583,"date":"2020-06-03T12:28:20","date_gmt":"2020-06-03T11:28:20","guid":{"rendered":"http:\/\/technischesdesign.mw.tu-dresden.de\/blog\/?p=8583"},"modified":"2020-06-03T12:28:20","modified_gmt":"2020-06-03T11:28:20","slug":"wie-koennen-gamefication-ansaetze-den-fahrradverkehr-attraktiver-machen","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/technischesdesign.mw.tu-dresden.de\/blog\/wie-koennen-gamefication-ansaetze-den-fahrradverkehr-attraktiver-machen\/","title":{"rendered":"Wie k\u00f6nnen Gamefication-Ans\u00e4tze den Fahrradverkehr attraktiver machen?"},"content":{"rendered":"<p>Stell dir vor du bist mit dem Rad unterwegs \u2013 Was ist der beste Weg von der August-Bebel-Stra\u00dfe zum Alaunpark? Je nachdem, wen man fragt werden die Antworten stark divergieren. Geht es darum, m\u00f6glichst lange einer Stra\u00dfe zu folgen, m\u00f6glichst wenig durch Ampeln im Fahrfluss unterbrochen zu werden, m\u00f6glichst h\u00e4ufig auf abgegrenzten Radwegen zu fahren und m\u00f6glichst schnell zu sein?<\/p>\n<p>Das Forschungsprojekt INSPIRe, eine Kooperation der Professur f\u00fcr Verkehrspsychologie und der Professur f\u00fcr Technisches Design an der TU Dresden, hat das Ziel der \u201eEntwicklung eines Gamification-Modells zur Attraktivit\u00e4tssteigerung der Infrastruktur durch spielerische Ma\u00dfnahmen im Radverkehr\u201c und widmet sich damit exakt diesem Problem. Was kann getan werden, um unliebsame Streckenabschnitte in ihrer Attraktivit\u00e4t f\u00fcr Radfahrer zu steigern?<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" class=\"alignnone wp-image-8587\" src=\"http:\/\/technischesdesign.mw.tu-dresden.de\/blog\/wp-content\/uploads\/200602_Blogeintrag2.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"399\" srcset=\"http:\/\/technischesdesign.mw.tu-dresden.de\/blog\/wp-content\/uploads\/200602_Blogeintrag2.jpg 445w, http:\/\/technischesdesign.mw.tu-dresden.de\/blog\/wp-content\/uploads\/200602_Blogeintrag2-250x332.jpg 250w, http:\/\/technischesdesign.mw.tu-dresden.de\/blog\/wp-content\/uploads\/200602_Blogeintrag2-300x398.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/>\u00a0 \u00a0 \u00a0\u00a0<img loading=\"lazy\" class=\"alignnone wp-image-8586\" style=\"font-style: normal; font-variant-ligatures: normal; font-variant-caps: normal; font-size: 15px;\" src=\"http:\/\/technischesdesign.mw.tu-dresden.de\/blog\/wp-content\/uploads\/200602_Blogeintrag3-250x217.jpg\" alt=\"\" width=\"284\" height=\"246\" srcset=\"http:\/\/technischesdesign.mw.tu-dresden.de\/blog\/wp-content\/uploads\/200602_Blogeintrag3-250x217.jpg 250w, http:\/\/technischesdesign.mw.tu-dresden.de\/blog\/wp-content\/uploads\/200602_Blogeintrag3-300x260.jpg 300w, http:\/\/technischesdesign.mw.tu-dresden.de\/blog\/wp-content\/uploads\/200602_Blogeintrag3.jpg 453w\" sizes=\"(max-width: 284px) 100vw, 284px\" \/><\/p>\n<p><span style=\"font-family: robotolight, roboto; font-size: 15px;\">Antworten auf diese Frage haben mehrere Facetten. Zum Einen geht es darum, Radfahrer*innen und deren Beweggr\u00fcnde zur Fahrradnutzung zu verstehen. Basierend auf vorangegangenen Studien und Befragungen der Verkehrspsychologie konnten bereits vier Radfahrtypen f\u00fcr Dresden identifiziert und charakterisiert werden. Alle Befragten lie\u00dfen sich eindeutig den Gruppen der passionierten, pragmatischen, ambitionierten oder funktionellen Radfahrer zuordnen. Des Weiteren galt es, die befragten Personen hinsichtlich ihrer Affinit\u00e4t f\u00fcr klassische Gamification-Ans\u00e4tze zu unterscheiden. Gamification bezeichnet dabei die Anwendung spieltypischer Elemente in einem spielfremden Kontext wie beispielsweise das Sammeln von Treuepunkten. Im Rahmen studentischer Arbeiten in der <\/span><a style=\"font-size: 15px;\" href=\"https:\/\/tu-dresden.de\/ing\/maschinenwesen\/imm\/td?set_language=de\">Profillinie Industriedesign<\/a><span style=\"font-family: robotolight, roboto; font-size: 15px;\"> wurden daraufhin vier Personas erstellt, die die typisierten Radfahrer mit klassischen Spielertypen verbinden. Im Anschluss daran wurden Problemstellen im urbanen Bereich analysiert und systematisiert, sodass Konzepte und L\u00f6sungen situationsbezogen entwickelt werden k\u00f6nnen. Im Rahmen der studentischen Arbeiten entstanden so sechs unterschiedliche Konzepte f\u00fcr regelkonformes Verhalten in Ampelsituationen, Motivation zum Befahren unliebsamer Streckenabschnitte sowie zur Steigerung des Sicherheitsgef\u00fchls beim Radfahren.<\/span><\/p>\n<p>Doch wie sieht das ganze nun aus? Die Studierenden Ina Qian und Torben S\u00f6ker haben basierend auf den Nutzer*innendaten und den beschriebenen theoretischen Modellen eine Reihe konzeptueller L\u00f6sungsans\u00e4tze entwickelt und bewertet, die bestimmte Gamification-Mechanismen daf\u00fcr nutzen, das (regelkonforme) Radfahren attraktiver zu gestalten. Im folgenden werden zwei Beispiele dargestellt.<\/p>\n<p>Das Konzept des \u201eAmpeltickets\u201c beispielsweise soll dazu motivieren, auf durch viele Ampelanlagen unterbrochenen Streckenabschnitten auf die eigene Gr\u00fcnphase zu warten und so Unfallschwerpunkte minimieren. Hierzu befinden sich an den Ampeln Ticketautomaten. Ein Ticket kann entlang der Strecke bei Stillstand an Ampelanlagen mehrfach entwertet werden. Die vervollst\u00e4ndigten Tickets k\u00f6nnen wiederum in Belohnungen eingetauscht werden, beispielsweise Fahrradkarten f\u00fcr den \u00d6PNV oder Parkgeb\u00fchren im Fahrradparkaus.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" class=\"alignnone size-medium wp-image-8585\" src=\"http:\/\/technischesdesign.mw.tu-dresden.de\/blog\/wp-content\/uploads\/200602_Blogeintrag4-250x241.jpg\" alt=\"\" width=\"250\" height=\"241\" srcset=\"http:\/\/technischesdesign.mw.tu-dresden.de\/blog\/wp-content\/uploads\/200602_Blogeintrag4-250x241.jpg 250w, http:\/\/technischesdesign.mw.tu-dresden.de\/blog\/wp-content\/uploads\/200602_Blogeintrag4-300x289.jpg 300w, http:\/\/technischesdesign.mw.tu-dresden.de\/blog\/wp-content\/uploads\/200602_Blogeintrag4.jpg 456w\" sizes=\"(max-width: 250px) 100vw, 250px\" \/><img loading=\"lazy\" class=\"alignnone wp-image-8584\" style=\"font-style: normal; font-variant-ligatures: normal; font-variant-caps: normal; font-size: 15px;\" src=\"http:\/\/technischesdesign.mw.tu-dresden.de\/blog\/wp-content\/uploads\/200602_Blogeintrag5.jpg\" alt=\"\" width=\"376\" height=\"241\" srcset=\"http:\/\/technischesdesign.mw.tu-dresden.de\/blog\/wp-content\/uploads\/200602_Blogeintrag5.jpg 413w, http:\/\/technischesdesign.mw.tu-dresden.de\/blog\/wp-content\/uploads\/200602_Blogeintrag5-250x160.jpg 250w, http:\/\/technischesdesign.mw.tu-dresden.de\/blog\/wp-content\/uploads\/200602_Blogeintrag5-300x192.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 376px) 100vw, 376px\" \/><span style=\"font-family: robotolight, roboto; font-size: 15px;\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Auf langen monotonen Streckenabschnitten findet das Konzept \u201eMelodie des Fahrrads\u201c seine Anwendung. Projektionen auf der Fahrbahn und ein Hintergrundrhythmus regen gezielt dazu an, Fahrradelemente wie beispielsweise die Klingel im richtigen Moment zu nutzen oder passend zum Takt eine Teststrecke abzufahren und zu bremsen. Stellt man dabei M\u00e4ngel am eigenen Fahrrad fest, lassen sich diese an einer Reparaturstation beheben.<\/p>\n<p>Die studentischen Arbeiten dienen als Grundlage f\u00fcr die weitere Bearbeitung im Forschungsprojekt der beteiligten Professuren. Im weiteren Verlauf werden L\u00f6sungsans\u00e4tze weiterentwickelt, gezielt nach Standorten f\u00fcr derartige Konzepte gesucht und eine adaptive Guideline f\u00fcr andere Ortschaften erstellt werden, um die Ergebnisse der Analyse und Entwicklung weitr\u00e4umig nutzbar zu machen. Und mit etwas Gl\u00fcck findet sich bald an ausgew\u00e4hlten Stellen in der Dresdner Innenstadt eine gamifizierte L\u00f6sung, die das Radfahren etwas sicherer, besser oder einfach ansprechender macht.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Stell dir vor du bist mit dem Rad unterwegs \u2013 Was ist der beste Weg von der August-Bebel-Stra\u00dfe zum Alaunpark? Je nachdem, wen man fragt werden die Antworten stark divergieren. 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